TFB talkSendung 0317.05.2021

Inszenierung am Point of Sale!

Mit 98 % Reichweite gehören Wurst und Schinken zu den absoluten Bestsellern im LEH. Quasi bei jedem Einkauf landen sie im Einkaufswagen. Mehr geht fast nicht. Stellt sich die Frage: Ist ein Mehr überhaupt noch das richtige Maß? Und wie verkauft man zum Beispiel Neuprodukte? Im TV oder direkt im Supermarkt? So viel sei vorab verraten: Rund 50 % der Einkäufer entscheiden sich direkt am Kühlregal für ein Produkt. Grund genug, sich mit den Do’s und Dont’s am Point of Sale einmal näher zu befassen.

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Die Themen der Sendung im Detail

Vom Prospekt zum POS

Für eine erfolgreiche Vermarktung von Wurst und Schinken ist es nicht nur wichtig, wo Menschen einkaufen, sondern wo sie von Neuprodukten und Angeboten erfahren. Einer der direktesten Wege zum POS ist der Prospekt. Oft belächelt und in Zeiten von „Bitte keine Werbung” für manche nicht mehr als relevantes Medium wahrgenommen, erreicht man doch so einen Großteil der Käufergruppe und kann gezielt Kaufanreize setzen. Den letzten Impuls gibt dann die Präsentation am POS. Und dort ist nach Einschätzung von Fachleuten noch immer deutlich Luft nach oben.

Marktcheck mit Markenexperten

Für TFB Gesellschafter Herr Dr. Kühnl ist es keine Überraschung. Als erfahrener Wursthersteller weiß er natürlich, dass die meisten Produkte sich „aus dem Regal heraus” verkaufen müssen. Nur wenige Marken können auf die Kraft einer starken Kampagne mit TV und Co setzen. Umso spannender sind auch für ihn die Erkenntnisse von Marken-Experten Bert-Martin Ohnemüller, der für den TFB talk den POS von Wurst und Schinken genauer unter die Lupe genommen hat.

Mehr Story, mehr Erlebnis, mehr Umsatz

Ungeschlagen ist die Bedientheke als Anlaufpunkt für alle, die sich bei Wurst und Schinken gern beraten lassen oder auf der Suche nach Inspiration und internationalen Spezialitäten sind.
Aber das Kühlregal liegt in der Verbrauchergunst dicht auf. Vorteil hier: Das schnelle und autonome Einkaufen. Genuss und Einkaufserlebnis bleiben hier jedoch noch zu sehr auf der Strecke. Für Bert-Martin Ohnemüller ist die Sache klar: Es fehlt vor allem an Orientierung. Anders als bei Joghurt oder Süßwaren gibt es kaum starke Marken mit einem eigenen Storytelling oder einem echten USP. Vieles wirkt beliebig. Austauschbar. Einzig die Produkte aus dem Ausland – vor allem Spanien und Italien - können mit ihren Stories rund um Handwerk und Tradition punkten. Hier kann der deutsche Wurst- und Schinkenmarkt in Sachen Genusserlebnis und Inszenierung noch viel lernen.

Klarer erzählen, was zählt

TFB Gesellschafter Hans-Ewald Reinert kann diese Erkenntnisse nur bestätigen. Auch für ihn wird die individuelle Geschichte immer mehr ein Verkaufsargument in Richtung Konsumenten. Bestes Beispiel hierfür ist aktuell die TFB-Brand Reinert HerzensSACHE. Besonders tierwohlgerecht, regional und partnerschaftlich produziert – das sind die Schlüssel, mit denen man kritische Verbraucher*innen heute im LEH überzeugt. Auch bei etwas höheren Preisen. Eine Einschätzung, die auch Food-Forscherin Hanni Rützler teilt.

Nachhaltigkeit überzeugt auch im SB-Regal

Für Food-Forscherin Hanni Rützler ist das Thema „Weniger, aber besser” nicht neu. Bis dato allerdings ist es eher etwas für den kleinen Metzger und lokale Konzepte. Im LEH gilt nach wie vor, dass die Verbraucher*innen eher auf Schnäppchenjagd gehen und das „Mehr für weniger” entscheidend ist. Dabei kann der LEH größter Player im Feld den Konsum von Wurst und Schinken dauerhaft und bei einer breiteren Zielgruppe in eine nachhaltigere Richtung verändern. Hierfür braucht es allerdings die richtigen Produktkonzepte – und da sieht TFB Gesellschafter Hans-Ewald Reinert die Zukunft für die TFB-Unternehmensgruppe. Sein Ziel: Wurst und Schinken wieder mehr Wertschätzung zu geben und eine Wertschöpfung zu generieren, die für alle Teilnehmer*innen am Markt fair und reell ist. Nur so entsteht eine langfristig tragfähige Nachhaltigkeit.

Kulturgut mit Zukunft

Eins ist klar: Die Deutschen werden auch in Zukunft nicht auf Wurst und Schinken verzichten. Wie die TFB „Es geht um die Wurst”-Studie gezeigt hat, wollen gut 80 % der Verbraucher*innen weiterhin im Kühlregal und an der Theke zugreifen. Und für 60 % ist Wurst ein „deutsches Kulturgut”, das ganz selbstverständlich zu ihrem Alltag dazu gehört. Nicht mehr selbstverständlich ist allerdings tierisches Protein als Basis für diesen Genuss. Auch in der TFB-Unternehmensgruppe denkt man in Sachen pflanzlicher Proteine längst weiter und hat bereits einiges in Planung.

TFB talk - ÜBER WURST: MACHER, MENSCHEN, MEINUNGEN!

Kritische Themen, kontroverse Meinungen und interessante Einblicke hinter die Kulissen: Der Fleisch- und Wurstmarkt in Deutschland ist komplex – wir nehmen uns die Zeit für Aktuelles und Hintergründe.

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