TFB talkSendung 0513.09.2021

Wurst im Zeitalter der Flexitarier

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Was kommt auf den Teller, wenn der Fleischhunger gestillt ist? Eine spannende Frage, vor allem für Deutschland zweitgrößten Wurst-Hersteller. Denn der Trend ist da: weniger Fleisch und Wurst pro Kopf und Jahr. Allein 2020 aßen wir Deutschen laut Bundesinformationszentrum für Landwirtschaft nur noch 57,3 kg Fleisch. Und das sind rund 750 Gramm weniger als 2019 – so wenig wie noch nie! Genauso spannend wie die Frage ist die Antwort: Angebote aus alternativen Proteinquellen wie Erbsen, Soja oder Ei. Gedacht und gemacht von Wurst-Herstellern. Kannibalisieren sich da nicht die Interessen?

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Die Themen der Sendung im Detail

Das Ende der Wurst?

Ganz klar: Wer sich seit Generationen erfolgreich im Fleisch- und Wurstmarkt behauptet, den überrascht das neue Ess-Bewusstsein nicht wirklich. Dr. Wolfgang Kühnl, Gesellschafter der TFB-Unternehmensgruppe, hat diesen Trend natürlich seit geraumer Zeit im Blick. Und mit ihm den gesamten Markt der alternativen Proteinquellen. Seine Einschätzung: „Die Verbraucher*innen werden kritischer und anspruchsvoller, was Nahrungsmittel angeht. Aber, wie die große „Es geht um die Wurst”-Studie von TFB gezeigt hat: Sie sind offener gegenüber neuen Produkten und schätzen besonders hochwertige Fleisch- und Wurstangebote.“

Weniger, aber besser

Auch für TFB Gesellschafter Hans-Ewald Reinert ist der Trend eindeutig: Sowohl weniger als auch besser – jeder dritte Deutsche verändert seinen Fleisch- und Wurstkonsum, achtet mehr auf Qualität. Viele bezeichnen sich inzwischen selbst als Flexitarier. Sie entscheiden sich bewusst für pflanzliche Alternativen. Hochwertige, tierische Proteine, die muss es nicht mehr jeden Tag geben. Nur, was kommt dann auf den Teller?

The Plantly Butchers

Eine wichtige Frage, die natürlich einen Wurst-Hersteller ganz existenziell umtreibt. Und in der TFB-Unternehmensgruppe hat man darauf eine gute Antwort gefunden: The Plantly Butchers – salopp übersetzt die Gemüse-Metzger. Wie Dr. Wolfgang Kühnl konstatiert, ist die Zeit für hochwertig produzierte Alternativen zu Fleisch und Wurst so richtig reif. Die technischen Voraussetzungen stimmen, die Rezepturen ebenfalls – und die Nachfrage ist endlich in einer relevanten Größe da. Raus aus der Nische, rein in den Mainstream.

Gemüse vom Metzger

Kann ein Metzger, der Generationen lang von Fleisch- und Wurstprodukten gelebt hat, glaubwürdig vegane Produkte anbieten? Was zunächst wie ein Widerspruch klingt, ist für Hans-Ewald Reinert eine logische Entwicklung des Unternehmens. Der Metzger der Zukunft kann selbstverständlich beides. Und muss es auch. Wichtig ist dabei, dass die Qualität stimmt. Dafür hat man im unternehmenseigenen Forschungslabor in Münster gründlich getüftelt und es ist gelungen, vegane Alternativen ohne Zusatzstoffe herzustellen. Ein technischer Durchbruch, den man sich sogar hat patentieren lassen.

Abwechslung schmeckt

Sven Wieken, Geschäftsführer von The Plantly Butchers, geht mit großen Ambitionen an die Aufgabe heran. Er ist überzeugt, dass fleischlose Alternativen die Zukunft gehört. Tierwohl und Klimaschutz werden für die Verbraucher*innen immer wichtiger, auch und gerade, wenn es ums Essen geht. Fragt man die Konsumenten, so bestätigen die seine Einschätzung. Weniger, besser und immer mal Alternativen in der Küche. Die jungen Leute ziehen dabei die älteren mit. Ein Trend, der längerfristig auch die Preise bewegen wird, denn noch sind Alternativprodukte spürbar teurer. Wenn sie jedoch massenhaft nachgefragt werden, dann macht sich das auch auf dem Kassenbon bemerkbar.

Ein Markt mit viel Potenzial

Wie sehr der Markt jetzt schon wächst, kann jeder selbst in den SB-Regalen der Supermärkte sehen. Fast wöchentlich, so hat man das Gefühl, tauchen dort neue Produkte auf. Allein im Zeitraum von April 2020 bis März 2021 wurden knapp 150 neue Produkte auf pflanzlicher Proteinbasis auf dem deutschen Markt gelauncht. Und genau in diesem Boom-Markt wird auch The Plantly Butchers mitspielen, mit der TPB-Brand Billie Green.

Alltagstauglich und genussfreudig

Bei Billie Green geht es um Glaubwürdigkeit, die Marke soll sympathisch und nahbar rüberkommen. Der Character der Marke ist bewusst als Persönlichkeit aufgebaut. Er steht prototypisch für die Flexitarier unserer Zeit und bringt die pflanzlichen Alternativen mit Lust und Spaß auf den Tisch. Nicht der moralische Zeigefinger, sondern der Genuss soll überzeugen. Das darf Billie Green gleich zum Start der Marke auf einer deutschlandweiten Foodtruck-Tour beweisen.
Der Anspruch von The Plantly Butchers ist mit Billie Green hoch. Es geht nicht um den xten veganen Brotbelag oder Fake-Fleisch. Ambitioniert will man gleich den ganzen Markt mit- und weiterentwickeln. Alltagstauglich, vielseitig und hochwertig soll das Angebot sein. Deshalb geht Billie Green von Anfang an mit einem breiten Sortiment für jede Anwendung an den Start. Ab Frühjahr 2022 wird die Marke im Einzelhandel erhältlich sein.

Die Zukunft isst grün

Bleibt abschließend die Frage, ob es in Zukunft nur noch fleischlose Alternativen gibt. Foodforscherin Hanni Rützler hat eine klare Meinung dazu. Auch sie bestätigt eine Abnahme des Fleischkonsums. Vor allem bei jungen Menschen. Denen geht es aber nicht nur um Verzicht, sondern um mehr Wertschätzung der Waren und Qualität beim Essen. Aus ihrer Sicht gibt es nicht das eine Konzept, sondern – und das entspricht der Haltung der Flexitarier – eine Vielzahl an Angeboten, aus denen Konsumenten jeden Tag aufs Neue nach Gusto auswählen. Die Tage der echten Wurst aus Fleisch werden damit sicher weniger, sind aber längst nicht gezählt. Denn hochwertiges Fleisch ist und bleibt ein Kulturgut. Nichtsdestotrotz darf man von der TFB-Unternehmensgruppe in Zukunft viel Spannendes und Leckeres aus alternativen Proteinquellen erwarten.

TFB talk - ÜBER WURST: MACHER, MENSCHEN, MEINUNGEN!

Kritische Themen, kontroverse Meinungen und interessante Einblicke hinter die Kulissen: Der Fleisch- und Wurstmarkt in Deutschland ist komplex – wir nehmen uns die Zeit für Aktuelles und Hintergründe.

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